{"id":366,"date":"2024-10-02T17:03:23","date_gmt":"2024-10-02T17:03:23","guid":{"rendered":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/?page_id=366"},"modified":"2024-10-16T09:48:21","modified_gmt":"2024-10-16T09:48:21","slug":"alles-ueber-haie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/?page_id=366","title":{"rendered":"Alles \u00fcber Haie"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute sind etwas mehr als 500 Arten bekannt und beschrieben. Etwa f\u00fcnf davon greifen in seltenen F\u00e4llen Menschen an und sind f\u00fcr die meisten Todesf\u00e4lle verantwortlich. Zu den aggressiveren Haien geh\u00f6rt der Wei\u00dfe Hai, der Tigerhai, der Wei\u00dfspitzen-Hochseehai, der Bullenhai und der Makohai. In ganz seltenen F\u00e4llen sind auch andere gro\u00dfe Haie, wie z.B. Gro\u00dfe Hammerhaie oder Galapagoshaie in Attacken verwickelt. Im Korallenriff begegnet man von den gef\u00e4hrlichen Haien in der Regel lediglich dem Tiger- und dem Bullenhai. Der Wei\u00dfe Hai bevorzugt k\u00e4lteres Wasser wie z.B. in S\u00fcdafrika oder auch im Mittelmeer. Der Wei\u00dfspitzen-Hochseehai und der Makohai sind pelagische Haie, d.h. sie trifft man im offenen Ozean. Nur gelegentlich kommen vor allem j\u00fcngere Exemplare an exponierte Au\u00dfenriffe, wie z.B. im Roten Meer. J\u00fcngere Exemplare sind auch weniger aggressiv als die ausgewachsenen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"451\" src=\"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Haisteack-1024x451.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-612\" srcset=\"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Haisteack-1024x451.jpg 1024w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Haisteack-300x132.jpg 300w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Haisteack-768x339.jpg 768w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Haisteack.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Haisteak als Touristenattraktion auf der thail\u00e4ndischen Insel Koh Phi Phi. Man sollte schon aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden ein Haisteak meiden. Ganz abgesehen davon, dass die Haie in den Gew\u00e4ssern extrem \u00fcberfischt sind.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am gef\u00e4hrlichsten sind Haie, wenn wir sie essen. Als J\u00e4ger am Ende der Nahrungskette der verschmutzten Weltmeere, sammeln sich im Laufe eine Hailebens zahlreiche Schadstoffe im Gewebe an. Einer der gef\u00e4hrlichsten Giftstoffe: Das Nervengift Methylquecksilber. Nach Informationen der Haischutzorganisation \u201eSharkprojekt\u201c wird beim Konsum von 400 Gramm Haifleisch der zul\u00e4ssige Grenzwert um das dreiundvierzigfache \u00fcberschritten. Der menschliche K\u00f6rper braucht fast ein ganzes Jahr, um diese Dosis wieder abzubauen. Ebenso k\u00f6nnen sie ciguatoxisch sein, was des \u00f6fteren direkt nach dem Verzehr zu Todesf\u00e4llen f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mehrheit der Menschen sieht die Gefahr allerdings nach wie vor in der Aggressivit\u00e4t und Angriffslust der Haie und hat schreckliche Angst, diesen faszinierenden Tieren im Wasser zu begegnen. Hollywood hat ganze Arbeit geleistet. Das Image des \u201eblutr\u00fcnstigen Monsters\u201c in Spielbergs Film der \u201eWei\u00dfe Hai\u201c von 1975 bekommt man einfach nicht aus den K\u00f6pfen. <\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">&#8222;Die Wahrheit ist, dass wir Menschen nicht zur Beute von Haie geh\u00f6ren. Haie gibt es schon seit fast 400 Millionen Jahren. Den Homo sapiens seit etwa 300.000 Jahren. Zudem leben wir an Land.  Weder reagieren Haie auf Menschenblut, noch scheinen wir ihnen zu schmecken.&#8220; <\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Die weitaus meisten Haie verhalten sich Menschen gegen\u00fcber eher scheu. Auf einen Hai zuzuschwimmen oder ihn zu verfolgen, um ein Foto zu bekommen, bringt absolut nichts. Als einzige Taktik hilft, sich im Riff einen Platz zu suchen, ruhig zu verhalten und zu hoffen, dass die Neugier siegt und die Haie sich n\u00e4hern. Gelingt es, bleibt es oft das einzige mal. Wir m\u00fcssen uns wohl damit abfinden, dass Haie uns ziemlich langweilig finden. Rebreather Taucher sind im Vorteil, denn Luftblasen sind bei Haien nicht beliebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht alle der ca. 500 Haiarten verhalten sich gleich. Es gibt durchaus eine Handvoll Haie, die gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen, weshalb eine generelle Verharmlosung nicht angebracht ist. Ein Hai ist immer noch ein wildes Tier. Und noch einen wichtigen Aspekt gibt es zu beachten: RichtigesVerhalten gegen\u00fcber Haien sch\u00fctzt, aber es darf einen nicht zu einem falschen Sicherheitsgef\u00fchl verleiten. <\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">&#8222;Haie sind Individuen. Jeder, der schon \u00f6fters mit Haien getaucht ist, wei\u00df das. Manche sind neugieriger und manche aggressiver als andere Artgenossen.&#8220;<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso gibt es regionale Unterschiede. Sind zus\u00e4tzliche Stressfaktoren wie Beute oder Futter im Wasser, kann es zu Unf\u00e4llen kommen. Alle t\u00f6dlichen Haiunf\u00e4lle der letzten Jahre in \u00c4gypten gingen z.B. auf Anf\u00fctterung oder anderes Futter im Wasser zur\u00fcck. Unf\u00e4lle, die mit Wei\u00dfen Haien passieren, k\u00f6nnten darauf zur\u00fcckgehen, dass wir uns im Wasser aus der Sicht des Haies wie ein verletztes Tier bewegen. Wir plantschen und bewegen uns nicht gerade elegant im Vergleich zu Fischen oder Robben.  Meistens kommt es nur zu einem Biss, weil der Hai dann feststellt, dass Menschen nicht schmecken. Starker Blutverlust ist demnach auch die Haupttodesursache bei Haiunf\u00e4llen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Haiangriffe weltweit werden in der <a href=\"http:\/\/www.flmnh.ufl.edu\/Fish\/Sharks\/statistics\/statistics.htm\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">\u00a0<strong>International Shark Attack File<\/strong><\/mark>\u00a0<\/a>(ISAF)  Datenbank gespeichert. Die Auswertung der Statistik seit 1580 ergibt folgendes Bild: Der Wei\u00dfe Hai f\u00fchrt die Liste mit gro\u00dfem Abstand an, gefolgt vom Tiger- und Bullenhai. Mit weiterem gro\u00dfem Abstand folgen andere Haie, wie der Weissspitzenhochseehaie oder Galapagoshaie. Insgesamt sind 39 Haiarten mit Angriffen registriert.\u00a0Im Schnitt ereignen sich einhundert Haiunf\u00e4lle pro Jahr, von denen zwischen 5-20% t\u00f6dlich enden. Da jeder Fall sofort von den Medien aufgegriffen wird und um die Welt geht, sch\u00fcren auch die Medien kr\u00e4ftig an dem schlechten Image der Haie. Jedes Jahr sterben z.B. ca. 40 Menschen durch Unf\u00e4lle mit Schweinen aber niemals taucht eine Meldung auf. <\/p>\n\n\n\n<p>Viele Haie besitzen ein Merkmal, das die Machos unter den Tauchern vor Neid erblassen l\u00e4sst<em>:\u00a0<\/em>Sie haben zwei Penisse. Ein Tribut an das raue Liebesleben, bei dem es vorkommen kann, dass man einen Penis durch Abbrechen verliert. Auch die Weibchen kommen ohne Schrammen nicht davon, denn mit irgendwas muss sich das M\u00e4nnchen ja festhalten und gew\u00f6hnlich benutzten sie hierf\u00fcr die Z\u00e4hne. Man kann sich ja einfach einmal in die Lage der Haie versetzten und versuchen sich unter Wasser zu paaren ohne die H\u00e4nde zu benutzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Fast alle Haie sind lebendgeb\u00e4rend. Eine Brutpflege gibt es nicht. Sofort nach der Geburt m\u00fcssen sie selbst\u00e4ndig zurecht kommen. Die Reproduktionsrate ist bei allen Haien im Vergleich zu anderen Fischarten niedrig. 30 kleine Haie im Bauch eines tr\u00e4chtigen Bogenstirn-Hammerhaiweibchens ist schon fast ein Rekord.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Fast alle Haiarten sind durch die extreme \u00dcberfischung vom Aussterben bedroht. Etwa 100 Millionen Haie sterben j\u00e4hrlich und weltweit in den Fischernetzen oder an Angeln. Die Flossen erzielen in China hohe Preise. Die Haifischflossensuppe gilt dort als Statussymbol und durch den wirtschaftlichen Aufschwung k\u00f6nnen sich immer mehr Chinesen diesen Luxus leisten. <\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">&#8222;Das sogenannte \u201eFinning\u201c ist besonders grausam. Den lebenden Haien werden die Flossen abgeschnitten und wirft sie dann \u00fcber Bord. Je nach Art ersticken oder verhungern sie.&#8220;<\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist Haie zu t\u00f6ten nicht nur \u00f6kologisch, sondern auch \u00f6konomisch totaler Unsinn. Genauso gut k\u00f6nnte man einfach Geld zum Fenster hinaus werfen. Zahlreiche Studien namhafter Wissenschaftler wie z.B. der James Cook Universit\u00e4t in Australien belegen den hohen \u00f6konomischen Wert lebender Haie. In \u00c4gypten bringt ein lebender Hai bis zu 200.000 Dollar pro Jahr an Tauchtouristenumsatz. Seine Flossen erzielen auf dem Schwarzmarkt einmalig ca. 150- 200 Dollar. F\u00fcr L\u00e4nder mit Tauchtourismusindustrie sind Haie damit eine wertvolle nat\u00fcrliche Resource. <\/p>\n\n\n\n<p>Einige f\u00fcr Haie wichtige L\u00e4nder wie z.B. die Malediven, Palau, Hawaii, Seychellen, \u00c4gypten aber auch Kolumbien haben den \u00f6konomischen Wert erkannt und Schutzgebiete eingerichtet, Fangverbote verh\u00e4ngt und den Handel mit Haiprodukten verboten. Die M\u00f6glichkeit der Populationen sich lokal zu regenerieren, ist ein erster guter Ansatz. Die wandernden Arten, wie der Wei\u00dfe Hai oder der Walhai, k\u00f6nnen allerdings nur durch internationale Zusammenarbeit gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Haie sind trotz fehlender Schwimmblase perfekt an ihren Lebensraum angepasst. F\u00fcr den notwendigen Auftrieb beitzten sie eine besonders \u00f6lhaltige Leber. Das \u201eRevolvergebiss\u201c sorgt f\u00fcr immer neue und gute Z\u00e4hne.  <\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">&#8222;Die F\u00e4higkeiten ihrer Sinnesorgane stellen die der meisten Tiere einschliesslich uns Menschen locker in den Schatten.&#8220; <\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Sie sehen im Dunkeln besser als jedes nachtaktive S\u00e4ugetier. Ihr Geruchssinn \u00fcbertrifft den der Menschen um das 10.000-fache. Ihr guter Geschmackssinn wird bei Testbissen eingesetzt. Ihr Geh\u00f6r erm\u00f6glicht ihnen das h\u00f6ren von Beute \u00fcber hunderte von Metern. In der Haihaut befinden sich hochempfindliche Druck- und Temperatursensoren. Doch die erstaunlichste F\u00e4higkeit ist die Wahrnehmung elektrischer Felder mit Hilfe der Lorenzinischen Ampullen. Damit k\u00f6nnen sie Muskelbewegungen und Herzschl\u00e4ge ihrer Beutetiere orten. <\/p>\n\n\n\n<p>Haie haben im Laufe ihrer etwa 400 Millionen Jahre w\u00e4hrenden Evolutionsgeschichte fast jeden Lebensraum der Ozeane erobert. Sie leben in der Tiefsee, pelagisch oder an den K\u00fcsten. Man trifft sie in tropischen und in kalten Gew\u00e4ssern. Manche wie der Bullenhai scheuen auch nicht davor zur\u00fcck, weit in S\u00fc\u00dfwasserfl\u00fcsse vorzudringen. Einen Hai, der nur im S\u00fc\u00dfwasser lebt, existiert jedoch nicht. Sie \u00fcberlebten alle gro\u00dfen Massenaussterbeereignisse. So auch das letzte vor etwa 65 Millionen Jahren, dem die Dinosaurier zum Opfer fielen. Sie geh\u00f6ren zu den erfolgreichsten Tiergruppen \u00fcberhaupt. Sie \u00fcberlebten alle gro\u00dfen Massenaussterbeereignisse. So auch das letzte vor etwa 65 Millionen Jahren, dem die Dinosaurier zum Opfer fielen. Es liegt an uns daf\u00fcr zu sorgen, dass ihre Erfolgsgeschichte eine Zukunft hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute sind etwas mehr als 500 Arten bekannt und beschrieben. Etwa f\u00fcnf davon greifen in seltenen F\u00e4llen Menschen an und sind f\u00fcr die meisten Todesf\u00e4lle verantwortlich. Zu den aggressiveren Haien geh\u00f6rt der Wei\u00dfe Hai, der Tigerhai, der Wei\u00dfspitzen-Hochseehai, der Bullenhai und der Makohai. In ganz seltenen F\u00e4llen sind auch andere gro\u00dfe Haie, wie z.B. 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