{"id":1208,"date":"2024-10-29T10:49:05","date_gmt":"2024-10-29T10:49:05","guid":{"rendered":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/?page_id=1208"},"modified":"2025-03-28T14:42:37","modified_gmt":"2025-03-28T14:42:37","slug":"alles-ueber-fische","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/?page_id=1208","title":{"rendered":"Alles \u00fcber Fische"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eFleischflosser\u201c, nur eben \u201emit Armen und Beinen\u201c, nannte der ber\u00fchmte, britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins uns Menschen, um auf unsere Abstammung von den Fischen hinzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Tat verdanken wir einige Eigenschaften unseres K\u00f6rperbaus den Fischen. Unser Unterkiefer z.B. entwickelte sich als erstes bei Fischen und Haien. Er entstand vor ca. 460 Millionen Jahren aus Teilen der Kiemen. Damit k\u00f6nnen nicht nur Haie kraftvoll zubei\u00dfen, sondern auch wir.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"892\" src=\"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fischei-Kopie-1024x892.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11038\" srcset=\"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fischei-Kopie-1024x892.jpg 1024w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fischei-Kopie-300x261.jpg 300w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fischei-Kopie-768x669.jpg 768w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fischei-Kopie-1536x1338.jpg 1536w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fischei-Kopie-2048x1785.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Riff festgeklebtes Fischei. Fisch kurz vor dem Schl\u00fcpfen.  \u00a9 Heinz Krimmer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Unsere letzten evolution\u00e4ren Stationen bei den Fischen waren \u00fcbrigens die Quastenflosser und die Lungenfische. Von diesen erbten wir die Muskeln in den Armen und Beinen. Danach entwickelten wir uns zu Amphibien, V\u00f6geln, S\u00e4ugetieren, Affen, und schlie\u00dflich zum Homo Sapiens. Wenn wir also in einem Korallenriff abtauchen und Fische beobachten, dann besuchen wir in gewisser Weise ganz entfernte Verwandte. Unsere gemeinsamen Vorfahren allerdings sind schon seit Millionen von Jahren von der Erdoberfl\u00e4che verschwunden. Im g\u00fcnstigsten Fall existiert vielleicht ein Fossil in einem der Naturkundemuseen der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vermutlich leben auf unserem blauen Planeten aktuell weit \u00fcber 33.000 Fischarten, von denen fast alle in der wissenschaftlichen Datenbank www.fishbase.org erfasst sind. Jedes Jahr werden neue Arten entdeckt. Im wissenschaftlichen Standardwerk \u201eEschmeyer`s Catalogue of Fishes\u201c wurden allein 2014 schon 135 neue Arten hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser hohen Artenzahl stellen Fische mehr als die H\u00e4lfte aller Wirbeltierarten. Zum Vergleich: Von den S\u00e4ugetieren, zu denen auch der Mensch geh\u00f6rt, z\u00e4hlt man aktuell etwas \u00fcber 5400. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die heute lebenden Arten nur ca. 1% aller bisher auf der Erde existierenden Arten ausmachen. Das bedeutet, dass von allen Fischarten, die jemals existierten, \u00fcber drei Millionen bereits ausgestorben sind und uns niemals wieder unter Wasser mit ihrem Anblick erfreuen k\u00f6nnen. Das ist schade, denn schon die Vielfalt der Erscheinungsformen und das Verhalten der heute lebenden Fische ist atemberaubend. Es gibt welche mit und ohne Schuppen, grell bunte und unscheinbare. Walhaie mit 12 m L\u00e4nge, und den Paedocypris progenetica, der mit 10 mm das zweitkleinste Wirbeltier der Welt ist. Sprinter wie den Indopazifische F\u00e4cherfisch mit seinen 109,7 km\/h, und Walkmans, die im Schneckentempo auf ihren fingerartigen Flossen laufen. Gefressen wird alles, was Kalorien bringt: Vegetarisches, Fleisch oder Plankton. Manche Tiefseefische, wie der Schwarze Schlinger, k\u00f6nnen sogar Beutetiere fressen, die gr\u00f6\u00dfer sind als sie selbst. Einfallsreich sind Fische ebenso. Wer glaubt, der Mensch h\u00e4tte die Angel zum Fische fangen erfunden, der irrt. Anglerfische angelten schon lange nach Beute, da existierten wir noch gar nicht. Sie benutzen sogar einen K\u00f6der, und dieser zappelt praktischerweise direkt vor dem gefr\u00e4\u00dfigen Maul des Lauerj\u00e4gers.<\/p>\n\n\n\n<p>Fische sind nicht nur besonders artenreich und vielf\u00e4ltig, sondern auch erfolgreich. Alle Lebensbereiche, die irgendetwas mit Wasser zu tun haben, wurden von ihnen besiedelt. Und so findet man sie in den arktischen Regionen ebenso, wie in den Tropen, im Salz-, Brack oder im S\u00fc.wasser. Selbst vor dem Land schreckten sie nicht zur\u00fcck. Schlamm- und Felsenspringer z.B. besiedeln die Gezeitenzonen. Selbst das Innere einer Seegurke und anderer Wirbelloser fanden die Eingeweidefische so attraktiv, dass sie es als Lebensraum w\u00e4hlten. Das S\u00fc\u00dfwasser lieben Fische besonders, denn obwohl es nur 3% des Wasservolumens unseres Planeten ausmacht, leben in ihm die H\u00e4lfte aller Fischarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Beziehung zu den Fischen ist nicht nur durch die Evolution gepr\u00e4gt, auch in der Mythologie und Religion spielt sie eine Rolle. Christen erkennen sich seit \u00fcber 2000 Jahren an einer symbolischen Zeichnung eines Fisches. Meerjungfrauen als Mischwesen wurden durch das M\u00e4rchen von Hans Christian Andersen weltbekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Am bedeutendsten f\u00fcr uns sind Fische als wichtige und sehr gesunde Proteinquelle. Hunderte Millionen Menschen ern\u00e4hren sich weltweit von Fisch. Als grausamstes und gefr\u00e4\u00dfigstes Raubtier der Welt haben wir damit viele Fischbest\u00e4nde an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Nach Studien der UNO gelten heute \u00fcber 75% aller Ozeane als \u00fcberfischt. Ein Umdenken ist dringend notwendig. Wer mitmachen will und ruhigen Gewissens weiter Fisch genie\u00dfen m\u00f6chte, dem sei der Einkaufsratgeber von Greenpeace oder dem WWF empfohlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFleischflosser\u201c, nur eben \u201emit Armen und Beinen\u201c, nannte der ber\u00fchmte, britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins uns Menschen, um auf unsere Abstammung von den Fischen hinzuweisen. 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