{"id":10791,"date":"2025-03-13T20:44:04","date_gmt":"2025-03-13T20:44:04","guid":{"rendered":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/?page_id=10791"},"modified":"2025-03-17T22:01:35","modified_gmt":"2025-03-17T22:01:35","slug":"pottwal","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/?page_id=10791","title":{"rendered":"Pottwal"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8cf370e7 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p><strong>Pottwal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sperm whale<\/p>\n\n\n\n<p><em>Physeter macrocephalus<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Pottwal_1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10908\" srcset=\"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Pottwal_1024x768.jpg 1024w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Pottwal_1024x768-300x225.jpg 300w, https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Pottwal_1024x768-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Tomas Kotouc<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dfe: <\/strong> bis 18 m, gro\u00dfe Bullen vielleicht sogar bis 25 m<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebensraum:<\/strong> sowohl polare als auch tropische Bereiche aller Ozeane; bevorzugt aber die tropischen und subtropischen Zonen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vorkommen:  <\/strong>Malediven, S\u00fcdjapan, Vietnam, ganz S\u00fcdostasien, Nordaustralien<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erkennungsmerkmale:<\/strong> Grundfarbe grau, einzigartige, fast rechteckige Kopfform; an der Unterseite ein schmaler, sehr langer Unterkiefer<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Biologie &amp; Verhalten: <\/strong> Wer ist das au\u00dfergew\u00f6hnlichste Lebewesen der Meere? Unter den Kandidaten befindet sich auf jeden Fall der Pottwal. Das f\u00e4ngt schon mit seinem englischen Namen an: \u201eSperm whale\u201c. \u201eSperm\u201c bedeutet \u00fcbersetzt Sperma und beruht auf einen Irrtum. Bis in das 19. Jahrhundert hinein glaubte man allen ernstes, dass das wei\u00dfliche, als Schmierstoff geeignete Walrat das Sperma des Pottwales sei. Dabei st\u00f6rte niemanden, dass sich dieses im Kopf befand und dass es tonnenweise vorhanden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch etwas befindet sich im Kopf des Pottwales: Das mit bis zu ca. 8 kg gr\u00f6\u00dfte Gehirn im ganzen Tierreich. Wie intelligent es ihn wirklich macht, wissen wir nicht. Glaubw\u00fcrdig ist aber die Geschichte des Augenzeugen Owen Chase \u00fcber den Untergang des Walf\u00e4ngers Essex im Jahre 1820. Das Schiff wurde von einem Pottwalbullen angegriffen. Er rammte das Schiff mehrmals bis es sank. Das wirklich interessante dabei ist, dass er nicht die kleinen Walfangboote angriff, die die Wale harpunierten, sondern das Zentrum der Bedrohung: Das Mutterschiff. Er konnte also die Lage wahrnehmen und interpretieren. Sp\u00e4ter setzte Herman Melville diesem Wal mit dem Roman \u201eMoby Dick\u201c ein literarisches Denkmal.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens orientieren sich Pottwale, genau wie Delfine mit Hilfe von Echoortung. Damit k\u00f6nnen sie alles finden, was in der Reichweite des Biosonars liegt, egal wie tr\u00fcbe das Wasser und wie dunkel die Tiefsee auch sein m\u00f6ge. Eine der Vorraussetzungen f\u00fcr extrem tiefes tauchen. Pottwale ortete man schon in 2500m Tiefe. Was er also mit ein paar Flossenschl\u00e4gen erledigt, k\u00f6nnen wir Menschen nur, wenn wir auf 100 Jahre Ingenieurskunst zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen dunklen, kalten Tiefen geht er auf die Jagd nach Tintenfischen und dem legend\u00e4ren Riesenkalmar. Dieser wird inklusive seiner Arme bis zu 13 m lang und ist sicher keine leichte Beute. Wie er es schafft, dieses Ungeheuer zu besiegen und zu fressen bleibt bis heute eines der gro\u00dfen Geheimnisse der Tiefsee. Nur die Narben auf der Haut des Wales zeugen von diesen K\u00e4mpfen. Sicher ist nur eines: Wenn er es geschafft hat, dann tritt der Kalmar eine ungew\u00f6hnlich lange Reise an. Sie beginnt in den vier M\u00e4gen des Pottwales. Der erste ist eine Art Muskelpresse, die die eventuell noch lebenden Kalmare zerquetscht. Erst in den folgenden M\u00e4gen verrichtet die Magens\u00e4ure ihr Werk. Danach folgt ein kurvenreicher Weg von ca. 300 m, bis sie als Kothaufen ausgeschieden werden. Damit besitzt der Pottwal den l\u00e4ngsten Darm aller Tiere. Zum Vergleich: Bei uns Menschen hat ein verdauter Burger gerade mal eine Reise von 8 m hinter sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Verdauungsapparat ist noch zu einer weiteren H\u00f6chstleistung f\u00e4hig. Er produziert den begehrtesten Rohstoff f\u00fcr die Herstellung von Parfum: Ambra.&nbsp;&nbsp;Frisches Ambra riecht und sieht genau so aus, wie wir es uns auf Grund seiner Herkunft vorstellen. Einmal durch den After oder das Maul ausgeschieden und jahrelang im Meerwasser treibend, verwandelt es sich aber in einen wohlriechenden, dunkelgrauen Klumpen, der sich hervorragend als Geruchsspeicher eignet.&nbsp;&nbsp;Ambra wird heute von synthetischen Stoffen ersetzt. Lediglich f\u00fcr die ganz teuren Parfums wird es nach wie vor eingesetzt. Wer also auf dem Meer einen Ambrahaufen findet, kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. F\u00fcr ein Kilo werden ca. 30.000 Euro bezahlt. Schon vor \u00fcber 150 Jahren machte man sich \u00fcber diese Tatsache lustig. Herman Melville: \u201eWer w\u00fcrde wohl denken, dass die feinsten Damen und Herren sich an einem Wohlgeruch laben, den man aus den ruhmlosen Ged\u00e4rmen eines kranken Pottwals holt!\u201e&nbsp;&nbsp;Ob das Entstehen von Ambra allerdings wirklich auf eine Krankheit in Form von Verdauungsproblemen des Pottwales zur\u00fcckgeht, oder lediglich ein Schutzmechanismus ist, um die unverdaulichen Hornkiefer der Tintenfische einzuschlie\u00dfen, konnte bis heute nicht gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres R\u00e4tsel stellen die Z\u00e4hne des Pottwales dar. Verwendbare Z\u00e4hne befinden sich nur im Unterkiefer, w\u00e4hrend sie sich im Oberkiefer lebenslang unter dem Zahnfleisch verstecken. Die Z\u00e4hne des Unterkiefers werden allerdings bis zu 20 cm lang und waren, \u00e4hnlich wie Sto\u00dfz\u00e4hne bei Elefanten, beliebte Jagdsouvenirs. Oft wurden sie durch Schnitzereien verziert, gerne auch mit erotischen und derben Darstellungen nackter Frauen. Den einzigen Spa\u00df den Walf\u00e4nger auf ihren monatelangen Fahrten so hatten. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei den Z\u00e4hnen um eine Art evolution\u00e4res \u00dcberbleibsel handelt, das nicht mehr gebraucht und nach und nach verschwindet. Rudiment\u00e4re Organe, K\u00f6rperteile oder Verhalten ist in der Biologie nichts besonderes. Auch wir Menschen besitzen sie. Beispiele sind die Weisheitsz\u00e4hne oder der Blinddarm.<\/p>\n\n\n\n<p>Weibliche Pottwale schlie\u00dfen sich zu Gruppen zusammen, um den Geb\u00e4renden und den Jungen Schutz zu bieten. Diese werden nach 14-16 Monaten Tragzeit lebend geboren. Nach heutigen Erkenntnissen werden Pottwale \u00fcber 70 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bedrohungsstatus:<\/strong> Die Art wird auf der Roten Liste der IUCN als <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">\u201egef\u00e4hrdet\u201c <\/mark>gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pottwal Sperm whale Physeter macrocephalus Gr\u00f6\u00dfe: bis 18 m, gro\u00dfe Bullen vielleicht sogar bis 25 m Lebensraum: sowohl polare als auch tropische Bereiche aller Ozeane; bevorzugt aber die tropischen und subtropischen Zonen Vorkommen: Malediven, S\u00fcdjapan, Vietnam, ganz S\u00fcdostasien, Nordaustralien Erkennungsmerkmale: Grundfarbe grau, einzigartige, fast rechteckige Kopfform; an der Unterseite ein schmaler, sehr langer Unterkiefer Biologie &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/?page_id=10791\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201ePottwal\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-10791","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10791","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10791"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10791\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10910,"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/10791\/revisions\/10910"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alles-ueber-riffe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}